Schwerpunkt Zwänge

Grundsätzlich unterscheidet man bei Zwangserkrankungen zwischen Zwangshandlungen und Zwangsgedanken. Die häufigsten Zwangshandlungen sind das übermäßige Kontrollieren elektrischer Geräte und Schlösser und der Waschzwang. Zwangsgedanken hingegen sind Vorstellungen, die sich einem immer und immer wieder aufdrängen und von Anspannung und Herzklopfen begleitet werden.

Wir gehen davon aus, dass rund zwei Prozent der erwachsenen Bevölkerung von Zwängen betroffen sind, sie sind damit die vierthäufigste psychische Erkrankung. Da Zwänge jedoch mit sehr viel Scham verbunden sind, nehmen Betroffene oft sehr spät Hilfe in Anspruch.

Meist beginnt die Krankheit mit einer Art persönlichen Aberglaubens: Gedanken wie "Wenn ich das Türschloss nicht noch einmal nachkontrolliere, dann passiert etwas Schreckliches" führen dazu, dass bestimmte Handlungen immer häufiger gesetzt werden. Im Laufe der Zeit können sich die Zwänge ausweiten und chronifizieren. Dann ist die Lebensqualität eingeschränkt und professionelle Hilfe notwendig.